Die Fachgruppe Medienpsychologie in der Deutschen Gesellschaft für Psychologie wurde im Frühjahr 2000 gegründet und war eine Konsequenz der zunehmenden Relevanz medienpsychologischer Aufgabenstellungen wie auch der intensiver gewordenen Forschungstätigkeit und sicher einer der wichtigsten Schritte in Richtung auf die Institutionalisierung der Medienpsychologie.

Entwicklung

Die Medienpsychologie ist eine junge Teildisziplin der Psychologie. „Erst in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren entwickelte sich zunehmend ein systematischeres Verständnis ihres Gegenstandsbereiches und der darauf beziehbaren Lehrinhalte und Curricula. Wichtigster Ausgangspunkt für diese Entwicklung war die Gründung der Zeitschrift „Medienpsychologie“ im Jahre 1989 (seit 2001 Zeitschrift für Medienpsychologie). In der Folge ließ sich in den 1990er Jahren ein verstärktes Forschungsinteresse mit einem genuin medienpsychologischen Selbstverständnis erkennen.“ (aus Mangold, R., Vorderer, P. & Bente, G. (2004). Lehrbuch der Medienpsychologie 2004, S. VIII)

So konstituierte sich 1994 im Anschluss an den Kongress der DGPs in Hamburg eine Arbeitsgruppe "Medienpsychologie" mit der Zielsetzung, ein Kommunikations- und Kooperationsnetzwerk medienpsychologisch tätiger KollegInnen aufzubauen. Die ersten Aktivitäten der Arbeitsgruppe richteten sich auf eine Bestandsaufnahme aktueller Forschungsarbeiten mit dem Ziel einer Koordination empirisch ausgerichteter Initiativen. Ausgehend von einer hieraus hervorgegangenen und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten ersten medienpsychologischen Fachtagung in Köln kristallisierte sich eine experimentell ausgerichtete Forschergruppe heraus, die im Anschluss ein Projektpaket bei der DFG einreichte. Das unter dem Thema "Die sozioemotionale Dimension beim Umgang mit Bildschirmmedien" stehende Projektpaket umfasst derzeit sechs ausschließlich experimentell ausgerichtete Einzelprojekte.

Lehrangebot

Begleitend zu diesen Forschungsbezogenen Aktivitäten wurde an einigen Universitäten ein ausdifferenziertes medienpsychologisches Lehrangebot etabliert; beispielsweise kann an der Universität Köln im Diplomstudiengang Psychologie das Anwendungsfach "Arbeits- und Organisationspsychologie/ Kommunikations- und Medienpsychologie" und an der Universität Saarbrücken das Anwendungsfach "Medien- und Organisationspsychologie" studiert werden. Dies macht deutlich, wie als Reaktion auf die oben skizzierten neuen Anforderungen die Medienpsychologie bereits als eigenständiges Fach entweder mit pädagogisch-psychologisch oder sozial-, arbeits- und organisations-psychologisch ausgerichteten Teilgebieten im Hinblick auf eine Verbesserung der Berufschancen von Absolventen fruchtbar kooperiert.

„Die Einrichtung der Fachgruppe Medienpsychologie in der Deutschen Gesellschaft für Psychologie im Frühjahr 2000 war schließlich eine nahe liegende Konsequenz der zunehmenden Relevanz medienpsychologischer Aufgabenstellungen wie auch der intensiver gewordenen Forschungstätigkeit und sicher einer der wichtigsten Schritte in Richtung auf die Institutionalisierung der Medienpsychologie.“ (aus Mangold, R., Vorderer, P. & Bente, G. (2004). Lehrbuch der Medienpsychologie 2004, VIII)

Weiterführende Literatur:

Winterhoff-Spurk, P. (2001). Kassensturz. Zeitschrift für Medienpsychologie, 13 
(N. F. 1), 1, 3-10. 

Trepte, S. (2004). Zur Geschichte der Medienpsychologie. In R. Mangold, P. Vorderer, G. Bente (Hrsg.). Lehrbuch der Medienpsychologie (S. 3-26). Göttingen: Hogrefe.

Aufgaben

Zu den Aufgaben der Fachgruppe Medienpsychologie zählen vor allem:

  • die Unterstützung und Beratung des Vorstandes der DGPs bei der Wahrnehmung seiner insbesondere auf dem Einsatz von Medien beruhenden Aufgaben
  • die Vertretung der Medienpsychologie in der Kommunikation mit den anderen Teilgebieten der DGPs, der DFG und anderen forschungsfördernden Institutionen
  • die Förderung des wissenschaftlichen Austausches innerhalb der deutschsprachigen Medienpsychologie
  • die Konsolidierung und Weiterentwicklung theoretischer und methodischer Standards für die medienbezogene Grundlagen- und Anwendungsforschung
  • die Vertiefung der internationalen Zusammenarbeit
  • die Ausrichtung wissenschaftlicher Tagungen

Fachgruppentagungen

Seit Gründung der Fachgruppe fanden die folgenden Tagungen statt: Köln 1999, Landau 2001, Saarbrücken 2003, Erfurt 2005, Dresden 2007, Duisburg-Essen 2009, Bremen 2011, Würzburg 2013, Tübingen 2015. Die nächste Tagung der Fachgruppe wird 2017 in Landau ausgerichtet.

Aktivitäten der Fachgruppe

Neben den Aktivitäten zur Verbesserung der medienpsychologischen Lehre, zur Schaffung eines Profils des Faches „Medienpsychologie“ (s. Studium / Curriculum) und der Ausrichtung der Fachgruppentagung, widmet sich die Fachgruppe vor allem der Nachwuchsförderung sowie der Förderung des Informationsaustausches unter den medienpsychologisch Tätigen. 

Zur Nachwuchsförderung wird alle zwei Jahre ein Diplomarbeitspreis vergeben und ein Doktorandenworkshop veranstaltet. Es wurde zudem ein e-Mail-Verteiler eingerichtet, über den die Doktoranden über Tagungen, Fortbildungsangebote etc. informiert werden. 

Ein wichtiges Instrument zur internen Kommunikation und der Außendarstellung der Fachgruppe ist die Homepage. Ergänzend zur Homepage hat die Fachgruppe seit September 2013 eine Facebook-Gruppe, in der sich Mitglieder und Nichtmitglieder über medienpsychologischen Themen austauschen und auf Tagungen oder Stellenausschreibungen hinweisen können.